Zehn Minuten für die Erstversorgung – Anästhesisten kümmern sich um Atmung und einen stabilen Kreislauf

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Nach der Erstversorgung: Chefarzt Dr. Andreas Kirchmann (r.) und Oberarzt Dr. Arne Carstens halten den Genesungsverlauf in der Patientenakte fest.
Chefarzt Dr. Andreas Kirchmann (r.) und Oberarzt Dr. Arne Carstens halten den Genesungsverlauf in der Patientenakte fest.
An der imland Klinik in Rendsburg schrillen die Alarmglocken. Der Rettungsdienst kündigt einen Notfall an. Eine Radfahrerin ist von einem Traktor überfahren worden. Das Polytrauma-Team aus Radiologen, Unfallchirurgen, Neurologen und Anästhesisten eilt in den Schockraum und wartet dort auf den eintreffenden Notarzt. Schnell steht fest: Die Patientin muss notoperiert werden.

„Die Frau sah ganz schlimm aus, hatte zahlreiche blaue Flecken im Gesicht“, erinnert sich Dr. Andreas Kirchmann, Chefarzt der Anästhesie und Schmerztherapie an den imland Kliniken in Rendsburg und Eckernförde. „Wir haben sie notfallmäßig operiert und anschließend auf die Intensivstation verlegt.“

Notoperation zum Glück ganz selten

Im Schockraum läuft die Stoppuhr: maximal zehn Minuten hat das Polytrauma-Team, um einen Patienten zu untersuchen. Dann muss feststehen, ob die Verletzungen lebensbedrohlich sind und eine Notoperation notwendig ist. Während der Unfallchirurg als Teamleader alphabetisch die Körperregionen abfragt und mit anderen Ärzten die notwendigen Untersuchungen durchführt, kümmern sich Dr. Kirchmann und seine Anästhesie-Kollegen um die Beatmung der Patienten und achten darauf, dass der Kreislauf stabil bleibt. „Dass wir direkt im Schockraum eine Operation vornehmen müssen, ist zum Glück ganz selten“, berichtet Dr. Kirchmann. Notwendig sei das, wie bei der eingelieferten Radfahrerin, beispielsweise nach großem Druck auf den Brustkorb, wenn die Lunge beschädigt sei.

„Dass wir direkt im Schockraum eine Operation vornehmen müssen, ist zum Glück ganz selten“, berichtet Dr. Kirchmann.

Auch während der Operation überwacht die Anästhesie die lebenswichtigen Körperfunktionen wie Kreislauf und Atmung und ist darüber hinaus für Schmerzfreiheit und den Schlafzustand verantwortlich. Im Anschluss werden die Patienten im Aufwachraum so lange betreut, bis sie ohne Schmerzen wieder vollkommen wach und frei von Übelkeit und Erbrechen sind. Nach komplizierten Eingriffen werden Patienten auf der Intensivstation von einem erfahrenen Team aus Anästhesisten stabilisiert.

Vom Schockraum zur Computertomographie

Kann eine Notoperation nach dem ersten Check im Schockraum ausgeschlossen werden, folgt eine zweite Untersuchung per Computertomographie im Nachbarzimmer. Mithilfe der Technik wird nochmals geprüft, ob lebensbedrohliche Verletzungen vorliegen, die sofort versorgt werden müssen. Danach fällt die Entscheidung, ob der Patient operiert werden muss, auf die Intensiv- oder eine Normalstation verlegt wird.

Die lebensbedrohlich verletzte Radfahrerin hatte Glück im Unglück: Dank der gut eingespielten Abläufe an der imland Klinik Rendsburg und der hervorragenden Verzahnung zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus konnte sie nach einer Weile auf der Intensivstation wieder selbstständig nach Hause gehen.


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Dr. Andreas Kirchmann
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imland Klinik Rendsburg
Klinik für Anästhesie und Schmerztherapie
Dr. Andreas Kirchmann
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