Karpaltunnelsyndrom: Taube Hände und kribbelnde Finger

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Das Karpaltunnelsyndrom kann in der Neurochirurgie der imland Klinik Rendsburg in Schleswig-Holstein behandelt werden.
Taube Hände und Kribbeln in den Fingern sind typische Anzeichen eines Karpaltunnelsyndroms.

Permanent, vor allem nachts, macht sich ein komisches Gefühl in Daumen und Zeigefinger breit. Die Hand scheint häufig taub zu sein, ein leichter Schmerz ist spürbar – besteht Grund zur Sorge? Dessen ist sich Bettina Lutz* nicht sicher, als sie die Neurochirurgie der imland Klinik in Rendsburg aufsucht. Doch schnell stellt sich heraus: Der kurze Weg zum Spezialisten hat sie vor langfristigen Schäden eines Karpaltunnelsyndroms bewahrt.

* Name von der Redaktion geändert

 

Nahezu jeder Mensch kennt das Gefühl eingeschlafener Gliedmaßen. Auslöser kann eine ungünstige Haltung sein, durch  die Nervenbahnen eingeklemmt werden. In der Folge wird ein Nerv nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Daraufhin wird ein Signal an das Gehirn geleitet, das wir als Kribbeln wahrnehmen. So vermeldet der Körper, dass der Nerv durch Bewegung aus seiner Lage befreit werden muss. Im Fall von Frau Lutz ist dies in der rechten Hand überdurchschnittlich häufig der Fall. Doch erst als die Missempfindungen von Schmerzen begleitet werden und regelmäßig auftreten, besucht sie die Neurochirurgische Sprechstunde der imland Klinik. Schon nach kurzer Zeit steht fest, dass ihre Symptome nicht im gesunden Rahmen liegen. Frau Lutz leidet am sogenannten „Karpaltunnelsyndrom“.

„Ein Karpaltunnelsyndrom ist eine sehr häufige Erkrankung und kann sich bei jedem Menschen entwickeln“

Starke Belastung fördert das Karpaltunnelsyndrom

„Ein Karpaltunnelsyndrom ist eine sehr häufige Erkrankung und kann sich bei jedem Menschen entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Andreas M. Stark, Leiter der Neurochirurgie. Pro Jahr erkranken etwa drei von 1.000 Menschen neu, Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. „Bei den Patienten ist ein bestimmter Nerv im Handgelenksbereich, der sogenannte Medianus-Nerv, eingeengt“, so der Mediziner. „Er ist nicht nur verantwortlich für das Empfinden in Daumen, Zeige- und  Mittelfinger, sondern auch für die Steuerung bestimmter Hand- und Fingermuskeln.“

Bei Betroffenen besteht ein anatomisch enger Karpaltunnel – ein Problem, das familiär gehäuft vorkommt. Hinzu kommen hormonelle Ursachen, beispielsweise eine Schwangerschaft. Auch Verletzungen oder Krankheiten wie etwa Arthrose können eine Rolle spielen. „Sind die Handgelenke besonders starken Belastungen ausgesetzt, kann dies die Erkrankung ebenfalls begünstigen“, ergänzt Professor Stark. Die Patienten klagen über kribbelnde, nadelstichartige Empfindungen und Fingertaubheit, die insbesondere nachts auftreten. Gelegentlich greifen die Beschwerden auch auf die Ellenseite der Hand und den Unterarm über. „Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Nervenfasern zunehmend geschädigt“, berichtet der Arzt.  „Feinmotorische Tätigkeiten gestalten sich dann schwierig. Zu einem späteren Zeitpunkt bildet sich außerdem der seitliche Daumenballen der betroffenen Hand zurück.“


Portrait Prof. Dr. Andreas M. Stark
Prof. Dr. Andreas M. Stark

Neurochirurgie an der imland Klinik – Der kurze Weg zum Spezialisten

Das Fach Neurochirurgie umfasst die operative Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. „Periphere“ Nerven sind außerhalb von Gehirn und Rückenmark gelegen und durchziehen den gesamten Körper. Sie können durch Unfälle, einseitige Belastungen, Entzündungen oder Tumoren geschädigt werden. Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Dauer und Schwere der Schädigung. Ziel ist es, die Nerven zu entlasten, beziehungsweise erneut zusammenzuführen. Für Betroffene in Schleswig-Holstein bietet die Neurochirurgie der imland Klinik eine Sprechstunde in Rendsburg und Eckernförde sowie rund um die Uhr eine neurochirurgische Notfallversorgung über die zentrale Notaufnahme an.


Bessere Behandlungschancen bei früher Diagnose

Anhand einer körperlichen Untersuchung kann das Karpaltunnelsyndrom in der Regel schnell diagnostiziert werden. „Mit Hilfe verschiedener Tests wird überprüft, ob die Beweglichkeit der Hand vollständig gegeben ist“, erklärt Professor Stark. „Wichtig ist beispielsweise, ob die Beschwerden durch bestimmte Bewegungen oder Druck auf den Karpaltunnel hervorgerufen werden.“ Um die Diagnose zu sichern wird außerdem gemessen, wie schnell der Medianus-Nerv einen Reiz weiterleiten kann.

Ist das Karpaltunnelsyndrom leicht ausgeprägt, kann zur Behandlung auf eine Handgelenksschiene oder entzündungshemmende Medikamente zurückgegriffen werden. „Eine Operation kommt bei fortgeschrittenen Stadien in Frage“, so der Spezialist für operativ behandelbare Erkrankungen der Nerven. „Ist ein Eingriff notwendig, führen wir diesen minimalinvasiv durch – es entstehen also nur kleinste Narben.“ In den meisten Fällen bessern sich dann Symptome wie Schmerzen und Taubheit sofort – so auch bei Frau Lutz. Regelmäßig führt sie die von Professor Stark empfohlenen Übungen durch, um Beweglichkeit sowie Tast- und Empfindungssinn zu trainieren. „Wird das Karpaltunnelsyndrom früh entdeckt, sind Krankheitsverlauf und Prognose in aller Regel sehr positiv“, bestätigt dieser und ruft bei einschlägigen Symptomen zur Vorsicht auf: „Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Heilungschancen.“


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