Seltenen Erkrankungen auf der Spur: Nerventumore unter der Haut

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Eine Schwellung unter der Haut, die empfindlich auf Druck reagiert oder sich durch ein Kribbeln oder gar Lähmungserscheinungen bemerkbar macht – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen gutartigen Tumor der Nervenscheide, die den Nerv umgibt und schützt. Betroffene sollten solche Schwellungen dennoch so schnell wie möglich von einem Arzt begutachten lassen.

Portrait Prof. Dr. Andreas M. Stark
Prof. Dr. Andreas M. Stark

Denn es gibt neben gutartigen Tumoren der peripheren Nervenscheide auch maligne, also bösartige, periphere Nervenscheidentumore (MPNST). „Ein solcher Nerventumor bildet sich aus den Hüllen der peripheren Nerven, also den Nerven, die außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegen und den gesamten Körper durchziehen“, erklärt Prof. Dr. Andreas M. Stark, Leitender Arzt der Klinik für Neurochirurgie an der imland Klinik Rendsburg. „Dieser Tumor kann damit an jeder Stelle des Körpers entstehen, weil unser Körper überall mit Nerven durchzogen ist. In den meisten Fällen entsteht er am Rumpf, aber er wächst auch an den Extremitäten und an Kopf und Hals“, fügt er hinzu. Die Wachstumsgeschwindigkeit dieses Tumors kann sehr unterschiedlich sein und muss nicht gleichmäßig verlaufen. Er ist sehr bösartig und bildet häufig Metastasen oder wächst nach dem Entfernen an gleicher Stelle nach.

Darstellung eines Nerventumors
Hinter einer sichtbaren Schwellung der Haut kann sich ein Nerventurmor verbergen.

Nerventumor: Biopsie bringt Klarheit

Tumore peripherer Nerven lassen sich mit der Magnetresonanztomographie (MRT), bei Knochenbeteiligung zusätzlich mit der Computertomographie (CT) erkennen. In Spezialfällen, wie der Erbkrankheit Neurofibromatose, kommt es zur Anwendung der Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Dabei werden mithilfe winziger radioaktiv markierter Teilchen und einer speziellen PET-Kamera Stoffwechselvorgänge im Inneren des Körpers sichtbar gemacht. Eine sichere Unterscheidung von gut- und bösartigen Tumoren ist dadurch allerdings nicht möglich. Aufschluss über die tatsächliche Natur des Tumors gibt den Experten die feingewebliche Untersuchung des bei einer Operation entnommenen Materials, Biopsie genannt. „Damit ist die Operation der entscheidende Schritt, um eine sichere Diagnose zu stellen“, erklärt Professor Stark.

Krebsbehandlung durch operative Entfernung

Bei bösartigen Tumoren besteht die größte Chance auf Heilung in der möglichst vollständigen operativen Entfernung des Tumors, gefolgt von einer Bestrahlung. Eine Chemotherapie zeigt hingegen nur selten Erfolg. Doch eine Operation stellt auch immer ein Risiko dar: „Um die vom Tumor umschlossenen Nerven zu erhalten, muss das Geflecht besonders vorsichtig entfernt werden“, beschreibt Professor Stark das Vorgehen. „Der Eingriff wird daher mikrochirurgisch unter Neuromonitoring, also unter elektrischer Stimulation und Überwachung der Leitungsgeschwindigkeit der Nervenbahnen, durchgeführt. Nur so können die umgebenden Nerven geschützt werden.“

Neurochirurgie auf Tumorbehandlung spezialisiert

Die Abteilung Neurochirurgie der imland Klinik Rensburg/Eckernförde in Schleswig-Holstein ist auf die Behandlung der Tumoren peripherer Nerven und besonders der sehr seltenen malignen peripheren Nervenscheidentumore (MPNST) spezialisiert. Professor Stark beschäftigt sich seit 20 Jahren mit diesen seltenen Tumoren und hat ein Kompetenznetzwerk MPNST aufgebaut, um die Patienten optimal interdisziplinär versorgen zu können. Seine Abteilung steht auch als klinisches Referenzzentrum zur Verfügung.


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