Mangelernährung im Alter

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Der Nährstoffbedarf im Alter ist mindestens genauso hoch wie in jüngeren Jahren. Jedoch wird das Ess- und Trinkverhalten oft durch Krankheit, Medikamente, schlechtsitzende Zahnprothesen oder andere Ursachen negativ beeinflusst. Schätzungen zufolge leiden 1,6 Millionen der über 60-Jährigen Deutschen an chronischer Mangelernährung. Das bedeutet, dass ihr Körper nicht ausreichend mit Energie, Eiweiß und anderen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird. Wer aufgrund dessen schwach auf den Beinen ist, trägt eine höhere Sturz- und Verletzungsgefahr. Haben Sie den Verdacht, dass Angehörige oder Freunde entsprechende Defizite aufweisen, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen – spätestens jedoch, wenn der Betroffene über Taubheitsgefühle, Appetitlosigkeit oder Kribbeln in Händen und Füßen klagt. Ist eine Ursache für den Mangel ausgemacht, gilt es, die Ernährung in den Blick zu nehmen:

 

  • Liegt eine Mangelernährung vor, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fünf Mahlzeiten am Tag. Wichtig ist es, das Essverhalten stufenweise anzupassen um den Körper vorsichtig daran zu gewöhnen.
  • Stellen Sie einen Ernährungsplan auf, der – falls möglich – Milchprodukte, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fleisch und Fisch beinhaltet.
  • Energie für Zwischendurch liefern Nüsse oder Pudding. Auch Butter und Streichfette dürfen bei drohender Untergewichtigkeit reichlich genossen werden.
    Bei Schluckbeschwerden kann pürierte Nahrung gereicht werden.
  • Greifen Sie gegebenenfalls auf Trinknahrung aus der Apotheke zurück.
  • Bewegung an der frischen Luft, wie beispielsweise ein Spaziergang kurz vor der Mahlzeit, kann anregend wirken.
  • Neue Gewürze können die Lust am Essen wieder Wecken. Appetitanregend sind beispielsweise die Bitterstoffe in Fenchel, Rosmarin, Kümmel oder Anis.
  • Generell gilt: Das Auge isst mit. Richten Sie die Mahlzeiten ansprechend an und achten Sie auf die Vorlieben des Betroffenen.
  • Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte sollten in Mengen von mindestens 1,5 Litern am Tag eingenommen werden – jedoch nicht direkt vor dem Essen, da dies das Hungergefühl abmildert.
  • Bei körperlichen Beeinträchtigungen können Ergotherapie, Krankengymnastik oder ein spezielles Esstraining helfen.
  • Achten Sie darauf, dass der Betroffene in Ruhe Essen kann. Vermeiden Sie Störungen und planen Sie genug Zeit ein.