Männer, denkt an eure Gesundheit

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Glückliches älteres Paar

Die Früherkennung von bestimmten Krankheiten und Krankheitsrisiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Prävention. Ziel ist es, das Auftreten von Erkrankungen und Behinderungen möglichst früh zu erkennen, denn im Anfangsstadium sind Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten oft besser. Viele Männer sind Vorsorgemuffel und vernachlässigen dadurch häufig ihre Gesundheit – im Gegenteil zu Frauen.

Wir haben für Sie einen Überblick über die wichtigsten Vorsorge-Untersuchungen für Männer zusammengestellt:

 

 

Hautkrebs: ab 35 Jahren

Was wird gemacht?

Die Durchführung einer Anamnese erfolgt alle zwei Jahre. Der gesamte Körper wird anhand eines Hautkrebs-Screenings untersucht sowie anschließend eine Beratung zum Untersuchungsergebnis durchgeführt. Ziel des Hautkrebs-Screenings ist es, auffällige Veränderungen der Haut rechtzeitig aufzuspüren, bevor Krebs entsteht.

Wienke Voß, Schleswig- Holsteinische Krebsgesellschaft: „Hautkrebsvorsorge ist ungemein wichtig, da die Zahl der Neuerkrankungen rasant steigt: Waren es 2011 noch 250.000 Neuerkrankungen in Deutschland, so stieg dieser Wert 2013 bereits auf 265.000. Besonders Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Krebsrisiko stark.“

Check-Up 35: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen: ab 35 Jahren

Was wird gemacht?
Alle zwei Jahre wird eine Anamnese durchgeführt, also die medizinische Vorgeschichte des Patienten gezielt betrachtet. Anschließend wird ein Risikoprofil erstellt. Die Untersuchung dient insbesondere der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen. Zum Check-Up 35 gehören eine körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung, Kontrolle des Cholesterins und des Blutzuckers sowie eine Kontrolle des Urins. Selbstverständlich wird der Patient zu seinem Untersuchungsergebnis beraten.

Michael Sturm, Vertreter des Hausärzteverbandes sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Medizinischen Qualitätsgemeinschaft
Rendsburg eG:
„Im ersten Gespräch berichten die Patienten von ihrem Gesundheitszustand und ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Es ist wichtig, dabei offen zu sein, denn es geht um die Gesundheit! Dann erfolgt die klinische Untersuchung des gesamten Körpers. Hierbei lassen sich schon eine Reihe Erkrankungen im frühen Stadium erkennen.“

Krebserkrankungen der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane: ab 45 Jahren

Was wird gemacht?
Die Anamnese erfolgt jährlich. Während der anschließenden Untersuchung werden die äußeren Geschlechtsorgane durch den Arzt abgetastet. Die Prostata wird anhand einer Enddarmaustastung untersucht. Außerdem betrachtet der Mediziner die örtlichen Lymphknoten und berät den Patienten anschließend zum Untersuchungsergebnis.

Dr. Andreas Bannowsky, Chefarzt der Klinik für Urologie an der imland Klinik Rendsburg: „So lange Prostatakrebs noch lokal, also auf die Prostata beschränkt ist, sind die Heilungschancen sehr groß. Allerdings verursacht ein solcher Tumor im Frühstadium nur selten Symptome. Ziel der Früherkennung ist es deshalb, lokal begrenzte Tumore bei Männern zu erkennen, die noch keine Krankheitszeichen zeigen.

 

Darmkrebs: ab 50 Jahren

Was wird gemacht?
Es erfolgt eine Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms. Jährlich wird dann ein Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl durchgeführt. Der Patient wird zum Untersuchungsergebnis beraten.

Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Dieser Krebs ist der einzige, der sich durch Vorsorge fast hundertprozentig verhindern lässt. Wichtig ist, dass man als Gesunder, das heißt ohne Symptome, an der Vorsorgeuntersuchung teilnimmt. Wenn man wartet, bis ein eventuell vorhandener Darmkrebs Beschwerden macht, hat man schlechte Karten für die Heilung, da die Erkrankung dann in aller Regel bereits weit fortgeschritten ist. Wird der Krebs hingegen in einem frühen Stadium erkannt, lässt er sich in der Mehrheit der Fälle heilen.“

Darmkrebs: ab 55 Jahren

Was wird gemacht?
Der Patient wird zum zweiten Mal über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms beraten. Außerdem wird er zur Koloskopie (Darmspiegelung) aufgeklärt, die im Rahmen der Darmkrebsvorsorge durchgeführt wird. Auch zu deren Ergebnis erfolgt ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Nach zehn Jahren findet eine weitere Darmspiegelung statt. Alternativ kann der Patient alle zwei Jahre einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl in Anspruch nehmen und sich zum Untersuchungsergebnis beraten lassen.

Dr. Christos Athanasios Papachrysanthou, Leiter des Darmkrebszentrums sowie Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie: „Da sich der Darmkrebs über mehrere Jahre aus den gutartigen Polypen unbemerkt entwickelt, hängen die Heilungschancen davon ab, wie frühzeitig die Erkrankung diagnostiziert wird. Vorsorgeuntersuchungen wie die Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut ab dem 50. Lebensjahr und die Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr dienen der Früherkennung von Polypen oder Darmkrebs. Werden Polypen rechtzeitig entfernt oder wird der Darmkrebs frühzeitig entdeckt, ist er bei richtiger Behandlung heilbar.“

Was kostet die Vorsorge?

Finanzielle Gründe, die Vorsorgeuntersuchungen ausfallen zu lassen, gibt es nicht. Die Kosten aller genannten Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – sie sind generell zuzahlungsfrei. Hierfür müssen die empfohlenen zeitlichen Abstände eingehalten werden. Manche Krankenkassen bieten darüber hinaus weitere zuzahlungsfreie Untersuchungen an. Informationen zum Thema erhalten Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse, auf deren Internetseite oder im jeweiligen Mitgliedermagazin.