In der Pflege Karriere machen

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Mangelndes soziales Engagement und fehlende Ausbildungsreife: Diesen Vorwürfen sehen sich Jugendliche häufig ausgesetzt. Dem Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege fehle es an geeigneten Bewerbern. „Quatsch“, findet Hans-Joachim Carlsen, Schulleiter der imland Pflegeschule. „Wenn wir uns diese Haltung in unserer Pflegeschule zu Eigen machen würden, hätten wir den Beruf verfehlt.“ Mit einem außergewöhnlichen Ausbildungskonzept will der Erziehungswissenschaftler Stärken der Auszubildenden fördern und Entwicklungsmöglichkeiten zeigen – und bildet damit auch Führungskräfte von morgen aus.

Auszubildende in der Pflege im Gespräch mit einem Patienten.
Die beiden Auszubildenden Sarina Koll und Alexander Kutz im Gespräch mit einem Patienten.

Mit einem Oberschenkelhalsbruch liegt Hans-Jürgen Heyer in der imland Klinik in Rendsburg. Ausgerechnet als der Rentner mit seiner Frau in einem Restaurant schick essen wollte, stürzte er und wurde noch am selben Abend in der imland Klinik operiert. Während der Patient ein paar Tage später von einer erfahrenen Pflegekraft versorgt wird, assistieren die beiden Auszubildenden Sarina Koll und Alexander Kutz – noch sind sie die Lernenden.

Karriere in der Pflege

Beide absolvieren die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege an der imland Pflegeschule und studieren parallel Health Care an der Hamburger Fern Hochschule. Ihr Ziel ist der Bachelor of Science. „Damit haben sie sehr gute Voraussetzungen, in der Pflege Karriere zu machen“, sagt Carlsen. Seit sechs Jahren bietet die imland Pflegeschule in Kooperation mit der Hamburger Fernhochschule den dualen Studiengang an – und gehört damit zu den Vorreitern, die auf höchstem Niveau Wissenschaft und Pflege verbinden. Die Studiengebühren während der Ausbildung übernimmt die Pflegeschule.

Nicht nur für die zehn Studierenden, die unter den Auszubildenden an der Pflegeschule nur einen kleinen Teil ausmachen, möchten er und seine Kollegen beste Ausbildungsbedingungen ermöglichen. „Wenn jemand wie Herr Heyer nach seiner Operation das erste Mal wieder aufsteht, sieht das bei examinierten Pflegefachkräften mit langer Erfahrung immer so einfach aus“, sagt Britta Adjei, eine der vier Praxislehrerinnen an der Pflegeschule.  Vielen falle es am Anfang aber schwer, das in der Pflegeschule Gelernte auf der Station umzusetzen.

Auszubildende Schritt für Schritt heranführen

Die Praxislehrerin ermutigt: „Wir helfen den Auszubildenden in der Klinik durch gezielte Anleitung und das Einüben schwieriger Handgriffe. Auszubildende müssen an solche Situationen Schritt für Schritt herangeführt werden.“ Unterstützen würden dabei auch mehr als 90 Praxisanleiterinnen auf den Stationen, die eine pädagogische Zusatzausbildung für die Anleitung und Begleitung von Auszubildenden absolviert haben.

„Wir helfen den Auszubildenden in der Klinik durch gezielte Anleitung und das Einüben schwieriger Handgriffe. Auszubildende müssen an solche Situationen Schritt für Schritt herangeführt werden.“

Stationassistentin unterstützt Pflegeschüler bei der Arbeit
Stationassistentin Dagmar Pillekamp unterstützt Sarina Koll und Alexander Kutz bei der Arbeit

In der begleitenden Theorie bietet die Pflegeschule neben einer umfassenden Lernberatung auch ein individuelles Förderkonzept. „Wenn nötig, kommen die Auszubildenden einmal in der Woche zusätzlich in die Schule, um gezielten Förderunterricht zu erhalten“, betont Carmen Krüger, Diplom-Medizinpädagogin und eine von zwei ausgebildeten Lerncoaches an der imland Pflegeschule.

Der Umstieg aus der Schule in die Berufsausbildung gehe oft mit dem Verlassen des Elternhauses einher. Sicherheiten würden zurückgelassen und neue Orientierungspunkte gebraucht. „Die meisten unserer 150 Auszubildenden sind zwischen 17 und 21 Jahre alt. Da ist es wichtig, dass wir für sie da sind und helfen, wenn sie Unterstützung brauchen“.

Sarina Koll und Alexander Kutz profitieren vom Engagement der imland Pflegeschule. Als Teilnehmer am dualen Studiengang Health Care Studies sind sie glücklich mit ihrer Wahl. „Meine Erwartungen haben sich auf jeden Fall erfüllt“, sagt die 22-jährige Imländerin und begründet: „Ich erfahre eine anspruchsvolle Ausbildung samt Studien und werde dabei optimal gefordert und gefördert.“ Studienkollege Alexander Kutz ist extra wegen der Möglichkeit des dualen Studiums aus dem knapp 200 Kilometer entfernten Wismar nach Rendsburg gezogen. „Ich habe über Bekannte von dem Studium erfahren, mich belesen und dann dafür entschieden“, berichtet der 25-Jährige.

Konzept der Heimatstation findet Nachahmer

Neben den Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten schätzen beide die Arbeitsatmosphäre und das ganz besondere Konzept der Heimatstation an den imland Kliniken. Statt permanent von Station zu Station zu springen – immer gerade dort im Einsatz, wo sich für den Moment die größte Lücke auftut – verbringen die Auszubildenden in Rendsburg und Eckernförde knapp die Hälfte ihrer praktischen Ausbildungszeit auf ihrer Heimatstation.

„Dort gehören sie zum Team und  haben eigens ausgebildete Praxisanleiter an ihrer Seite. So können wir sie ganz individuell und schrittweise Fördern und ihnen nach und nach mehr Verantwortung übertragen“, hebt Carlsen die Vorteile seines vor sechs Jahren eingeführten und von einer Pflegewissenschaftlerin evaluierten Konzepts hervor. Lange hatte die Schule damit ein Alleinstellungsmerkmal, inzwischen findet das System immer mehr Nachahmer in Schleswig-Holstein.

Sarina Koll weiß das zu schätzen. „Das Besondere an der imland Pflegeschule ist, dass man hier immer wieder auf die Heimatstation zurückkommt, dort Ansprechpartner hat und auch sein Examen absolviert“, lobt sie. Zudem trägt das positive Arbeitsklima dazu bei, dass sich die Auszubildenden gut aufgehoben fühlen, bestätigt Alexander Kutz: „Die Teams hier im Haus sind richtig toll. Die Stimmung ist gut und auch wenn es mal stressig wird, bleibt die Atmosphäre angenehm.“


Ihre Pflegeschule vor Ort

Schulleiter Hans-Joachim Carlsen

imland Klinik Rendsburg
imland Pflegeschule
Hans-Joachim Carlsen
Lilienstraße 20-28
24768 Rendsburg
Tel: 04331 200-9060
Mail: hans-joachim.carlsen@imland.de