Impingement-Syndrom – eingeklemmte Sehnen sorgen für Schmerzen

0

In der Wohnung von Thomas Renner* stehen große Renovierungsarbeiten an. Doch jedes Mal, wenn er den Arm mit der Malerrolle anheben will, um die Wand zu streichen, fährt ihm ein stechender Schmerz durch die Schulter. Der 35-jährige Vereinsschwimmer versucht den Schmerz mit Dehnübungen und Krafttraining entgegenzuwirken, doch die Beschwerden verschlimmern sich. Wochenlange Dauerschmerzen und schlaflose Nächte später trifft Renner die Entscheidung, dem Schmerz auf den Grund zu gehen. Er fragt seine Teamkollegen um Rat, die ihm das Gelenkzentrum an der imland Klinik Eckernförde empfehlen. Dort wird er von Dr. Steffen Oehme, Chefarzt des Gelenkzentrums sowie der Orthopädie und Unfallchirurgie an der imland Klinik Eckernförde untersucht. Die Diagnose: Das sogenannte Impingement-Syndrom.

Wie Thomas Renner leiden etwa 10% der Bevölkerung an dem Impingement-Syndrom. Menschen, die Überkopfarbeit ausüben, wie Maler oder Flugzeugmonteure leiden besonders unter den Syndrom leiden. Am häufigsten sind aber Sportler betroffen, die mit ihren Armen Überkopfbewegungen ausführen, wie Schwimmer, Hand- und Volleyballer oder Bodybuilder. „Auch wenn Schwimmen sehr gelenkschonend und gesund ist, muss gerade bei dieser Sportart darauf geachtet werden, dass die Bewegungsabläufe richtig ausgeführt werden“, erklärt Dr. Oehme, „besonders die Schultern werden beim Schwimmen stark beansprucht, weswegen oft von der sogenannten Schwimmerschulter gesprochen wird.“ Oft kann der Schmerz bereits mit Ausgleichtraining geheilt werden. Treten die Schmerzen dennoch auf, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ungleichgewicht im Schultergelenk

„Das Schultergelenk besteht aus drei Knochen“, erläutert der Gelenkexperte, „Schulterblatt, Schlüsselbein und Oberamknochen.“ Durch das Kugelgelenk, das in der Schultergelenkpfanne sitzt, werden diese drei Knochen verbunden. Vier Muskeln, die unter dem Namen Rotatorenmanschette zusammengefasst werden, sorgen dafür, dass das Kugelgelenk an der richtigen Stelle bleibt. „Einerseits ist das Schultergelenk dadurch extrem beweglich“, so Dr. Oehme, „andererseits auch sehr anfällig für Verletzungen.“ Bei ausgiebigem Schwimmtraining werden die Brustmuskeln, die für eine Innenrotation der Schulter zuständig sind, trainiert und verkürzen sich entsprechend. Die Schulterblattmuskeln hingegen verkümmern, da sie nur gering beansprucht werden. Auf diese Weise entsteht ein Ungleichgewicht. Eine mögliche Folge ist, dass das Kugelgelenk in der Schultergelenkpfanne in eine schiefe Position gezogen wird und bei entsprechender Bewegung für eine Reizung und Entzündung der Sehnen sorgt. Die Sehnen werden förmlich ein- oder abgeklemmt. Im weiteren Krankheitsverlauf kann die Beweglichkeit der Schulter deutlich abnehmen bis hin zu einer Versteifung des Gelenks.

Konservative Therapie: Kraftsport und Medikamente

Dumpfe Schmerzen im Schultergelenk aufgrund einer Überbeanspruchung können in der Regel durch Ruhe und entzündungshemmende Medikamente gelindert werden. „Die Betroffenen erhalten meist Kortisonspritzen und werden psychotherapeutisch behandelt“, so Dr. Oehme, „es braucht allerdings häufig Monate, bis die Schmerzlinderung eintritt.“ Gezielte Krankengymnastik mit Muskelaufbautraining können die Muskeln der Rotatorenmanschette kräftigen und die Position des Kugelgelenks in der Schultergelenkpfanne so verändern, dass unter dem Schulterdach wieder genug Platz für die Sehnen bleibt. „Wenn diese Formen der Therapie nicht helfen und die Schulterschmerzen bestehen oder sich sogar verschlimmern, muss operiert werden“, konstatiert Dr. Oehme, „gerade Menschen die sonst nicht ihren Beruf ausüben können oder aktiv einer Überkopfsportart wie Herr Renner nachgehen, empfehlen wir eine Operation.“

Künstliches Schultergelenk für neue Lebensqualität

In einer etwa einstündigen Operation wird ein künstliches Schultergelenk eingesetzt. Nach etwa 12 Wochen die die Patienten meist wieder fit und können ihre Schulter beschwerdefrei bewegen. In den nächsten Wochen nach der Operation stehen Bewegungsübungen auf dem Plan. Ziel ist es mithilfe von Krankengymnastik die Muskeln der Rotatorenmanschette schrittweise wiederaufzubauen und zu kräftigen. Um was künstliche Gelenk zu schonen, sollten ruckartige Sportarten wie Volleyball oder Handball vermieden werden. Thomas Renner hat Glück: Er kann weiterhin schwimmen. Gleichförmige Schwimmbewegungen wie beim Brustschwimmen sind ohne weiteres mit einem künstlichen Schultergelenk möglich.

Ihre Fachkliniken vor Ort

Dr. Steffen Oehme

imland Klinik Eckernförde
Gelenkzentrum – Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. Steffen Oehme
Schleswiger Str. 114-116
24340 Eckernförde
Tel. 04351 882-575
E-Mail: steffen.oehme@imland.de
www.gelenkzentrum-eckernförde.de