Endlich wieder im Takt – Hightech-Medizin gegen stolpernde Herzen

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Das Herz macht Sprünge. Der Brustkorb verengt sich und das Ringen nach Luft setzt ein. Patienten mit Herzrhythmusstörungen werden davon oft in der Nacht eingeholt. Neben der sinkenden Lebensqualität drohen Herzschwächen oder ein Schlaganfall als Folgen. Deshalb suchen Prof. Dr. Nour Eddine El Mokhtari, Chefarzt des Kardiologischen Zentrums der imland Klinik Rendsburg, und Yazdan Seivani, Leiter der Abteilung Elektrophysiologie, mit spezialisierten Methoden nach den Auslösern im Herzen.
Prof. Dr. N. E. El Mokhtari und sein Team im Kampf gege Herzrhythmusstörungen
Prof. Dr. N. E. El Mokhtari und sein Team im OP

Patienten erreichen das Kardiologische Zentrum von Professor El Mokhtari auf den verschiedensten Wegen. Viele leben schon längere Zeit mit Herzrhythmusstörungen. Sie kommen direkt oder auf Anraten eines niedergelassenen Arztes in die Klinik. Doch ein nicht unerheblicher Teil der Patienten wird als Notfall eingewiesen. Seit Oktober 2016 verfügt die Klinik deshalb über ein hochmodernes Herzkatheterlabor mit zwei Messplätzen, das direkt an die Notaufnahme und die Zufahrt für Rettungswagen angeschlossen ist. Das spart lebensrettende Zeit. „Mit der neuen Anlage haben wir deutlich bessere Ausweichmöglichkeiten bei Notfällen“, zeigt sich Prof. Dr. El Mokhtari zufrieden.

„Wirkliche Fachleute sind rar gesät“

Bevor Patienten dort behandelt werden, beginnt die Suche in den meisten Fällen nach dem gleichen Schema. Zunächst gilt es, umfassend zu prüfen, welche anderen Erkrankungen, wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, für Störungen im Herzrhythmus verantwortlich sein könnten. Anschließend folgt die elektrophysiologische Untersuchung unter Leitung von Yazdan Seivani. Er ist Experte auf diesem relativ jungen medizinischen Fachgebiet. Professor El Mokhtari ist froh, dass Seivani die Expertise des Kardiologischen Zentrums erweitert, denn „Fachleute sind im deutschlandweiten Vergleich rar gesät.“ Patienten aus Schleswig-Holstein mit Herzrhythmusstörungen mussten bislang weite Wege auf sich nehmen, um in die nächstgelegene, auf dieses Gebiet spezialisierte Klinik zu gelangen.

„Das Herz gerät aus dem Takt“

Ein gewöhnlicher Puls liegt bei etwa 60 bis 100 Schlägen pro Minute. Patienten mit Herzrhythmusstörungen erreichen teilweise einen weit höheren oder niedrigeren Puls. „Ihr Herz gerät aus dem Takt“, erklärt Seivani. Die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern. Im gesunden Herzen ist der Sinusknoten im rechten Herzvorhof der Taktgeber. Er bildet ein elektrisches Signal, das über ein Reizleitungssystem in die beiden Herzkammern geleitet wird und dort eine Muskelkontraktion auslöst – den menschlichen Herzschlag. Dem Leiter der Abteilung Elektrophysiologie zufolge sind hauptsächlich die Lungenvenen für Vorhofflimmern verantwortlich: „Sie lösen elektrische Impulse aus, die den gesunden Kreislauf unterbrechen und einen unregelmäßigen Herzrhythmus verursachen.“

Virtuelle Darstellung des Herzens durch 3D-Mappingverfahren

Der Experte spricht von „Triggern“ (Auslösern), die in den Venen aufgesucht und isoliert werden. Die Möglichkeit dazu bietet eine Herzkatheteruntersuchung, dabei gibt es zwei gängige Methoden der Verödung, mit Hitze (Radiofrequenzablation) und Kälte (Kryoablation). In einem frühen Stadium, dem paroxysmalen Vorhofflimmern, platzieren die Kardiologen einen Ballon in die Vene und kühlen ihn auf minus 40 bis minus 60 Grad ab. Dadurch entstehen Narben, die die auslösenden elektrischen Impulse stoppen. Doch auch für Patienten mit komplexer Anatomie und Vorhofflimmern in fortgeschrittenen Stadien besteht Hoffnung. „Durch das hochmoderne 3D-Mappingverfahren erzielen wir auch in schwierigen Fällen sehr gute Ergebnisse, bei denen eine alleinige elektrische Isolation der Venen nicht ausreicht“, erklärt Chefarzt Professor El Mokhtari. Hierbei lässt sich das Herz virtuell darstellen und die komplette Anatomie und Elektrik untersuchen. Im nächsten Schritt setzen die Ärzte dann mit einer Katheter-Spitze Punkt für Punkt Narben um die Vene herum.

Warnsignale ernst nehmen

Die meisten Rhythmusstörungen sind durch die Ablationstherapie heilbar. Schwierig ist es beim Vorhofflimmern als häufigste Rhythmusstörung. „Ob diese sogenannte Ablationstherapie Vorhofflimmern endgültig heilen kann, kann ich nicht sagen“, so Yazdan Seivani. „Aber es ist die effektivste Methode, Patienten lange Zeit von Rhythmusstörungen zu befreien – auch wenn manchmal mehrere Eingriffe notwendig sind.“ Entscheidend sei der Zeitpunkt der Behandlung. Hier gilt laut dem Experten: „Je früher, desto besser.“ Die Alternative sind Medikamente, die das Herz im Takt halten oder verlangsamen. Die grundlegenden Ursachen können sie zwar nicht beheben, einige Rhythmusstörungen lassen sich so aber gut behandeln. In jedem Fall sollten Patienten Warnsignale ernst nehmen und der medizinischen Abklärung nicht zu lange aus dem Weg gehen.


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Tel. 04331 200-2001
E-Mail: innere.klrd@imland.de
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