Gefährliche Lungenentzündung – Symptome werden oft unterschätzt

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Lisa Buchbaum* leidet bereits seit Tagen an konstantem Husten und Atembeschwerden. Sie fühlt sich sehr schlapp, als sie endlich ihren Arzt aufsucht. Dieser überweist sie umgehend an die imland Klinik in Rendsburg. Der Verdacht: eine akute Lungenentzündung. Warum diese von Betroffenen nicht immer gleich als solche erkannt wird und wer besonders gefährdet ist, erklärt Dr. Alexander von Freier, leitender Oberarzt des Fachbereichs Kardiologie, Pneumologie und Innere Medizin am Kardiologischen Zentrum der imland Klinik Rendsburg.

Zu Beginn werden oft nur schwache Symptome bemerkt und als Erkältung  fehlgedeutet.

Etwa 400.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an einer Lungenentzündung. Damit werden mehr Menschen mit einer Lungenentzündung in eine Klinik eingewiesen, als mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. „In der Regel ist der Verlauf einer sogenannten Pneumonie sehr ähnlich“, erklärt Dr. von Freier: „Zu Beginn werden oft nur schwache Symptome bemerkt und als Erkältung  fehlgedeutet. Schnell kommen dann aber Fieber, Schüttelfrost und extreme Hustenanfälle hinzu.“ Bei älteren Patienten können sich zudem Verwirrtheit und geistige Umnachtung einstellen. „In jedem Fall sollte eine solche Erkrankung nicht unterschätzt werden“, mahnt der leitende Oberarzt. Weltweit sterben jedes Jahr etwa drei bis vier Millionen Menschen an ihren Folgen.

Schlagen Antibiotika nicht an, müssen die Chirurgen eingreifen

Auslöser einer Lungenentzündung sind am häufigsten bakterielle Erreger wie Pneumokokken, die über die Atemwege aufgenommen werden. So gelangen sie in die Lunge, die Bronchien und die winzigen Lungenbläschen. Das Immunsystem versucht, die Bakterien zu bekämpfen, bildet vermehrt weiße Blutkörperchen und schüttet sie in die Lungenbläschen aus. Dort kommt es zu einer Entzündungsreaktion: Die Lungenbläschen füllen sich mit Eiter oder Wasser und die für den Gasaustausch wichtigen Hohlräume im Lungengewebe werden verdichtet. Es kann kein Sauerstoff mehr aus den Lungenbläschen ins Blut gelangen und der Körper wird nicht mehr ausreichend versorgt.

Als Lisa Buchbaum im Krankenhaus ankommt, wird sie in die Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Innere Medizin unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Nour Eddine El Mokhtari verwiesen. Hier wird ein breites Spektrum an Erkrankungen der Lunge diagnostiziert und behandelt. Schnell steht fest: Frau Buchbaums Lunge weist typische Rasselgeräusche auf. Ihr Blutbild zeigt zudem hohe Entzündungswerte. Mittels einer Röntgenaufnahme stellen die Experten das Ausmaß und die exakte Position der Lungenentzündung fest. „Abhängig davon, wie schwer die Erkrankung ist, kann eine stationäre Behandlung notwendig sein“, so Dr. von Freier. Für etwa ein Drittel der Patienten ist das erforderlich. Zunächst erfolgt die Behandlung mittels eines Antibiotikums. Die Patienten müssen sich außerdem schonen – bei Fieber wird Bettruhe empfohlen. Schlagen die Antibiotika nicht mehr an, etwa, weil die Lungenentzündung verschleppt wurde, ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Das ist allerdings nur bei zwei bis fünf Prozent der Betroffenen notwendig.

Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen

Lisa Buchbaum hatte Glück – ihre Lungenentzündung konnte medikamentös behandelt werden. “Entscheidend ist eine frühe Diagnose“, so Dr. von Freier, „je länger die Behandlung herausgezögert wird, desto gefährlicher wird es.“ Beispielsweise seien Komplikationen in Form von Begleiterkrankungen oder dauerhaften Schädigungen des Atemapparates möglich. “Im schlimmsten Fall treten die Bakterien irgendwann ins Blut über, es kommt zu einer Blutvergiftung oder sogar zum Organversagen.” Für Menschen über 60 Jahren, Personen mit schwachem Immunsystem und Lungenkranken ist eine Impfung gegen Pneumokokken ratsam. Dr. von Freier weist jedoch darauf hin, dass es nicht immer möglich sei, mittels einer Impfung einen vollständigen Schutz zu garantieren: „Dafür sind die Auslöser zu vielseitig.“

Wer auf ein ausreichendes Maß an Hygiene achtet, regelmäßig die Hände wäscht und direkten Kontakt mit bereits betroffenen vermeidet, kann selbst dazu beitragen, eine Lungenentzündung zu vermeiden. Auch wer mit dem Rauchen aufhört, senkt das Risiko erheblich. Dennoch, so Dr. von Freier, sei es ratsam bei Erkältungssymptomen genauer hinzuschauen. Senioren, Personen mit Vorerkrankungen, geschwächtem Immunsystem und Kinder unter dem 10. Lebensjahr sollten selbst bei einem geringen Verdacht einen Arzt aufsuchen. Dr. von Freier betont: „Symptome, die von der Lunge ausgehen, sollten niemals auf die leichte Schulter genommen werden!“

*Name von der Redaktion geändert

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