Fragen an Monika Kaus, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

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1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Monika Kaus

Schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Demenz. Die häufigste Ursache für eine Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Die Zahl der Betroffenen wird in den kommenden Jahren weiter steigen, weil die Zahl der älteren Menschen steigt. Demenz ist zur Zeit nicht heilbar, aber es kann viel getan werden um das Leben der Betroffenen zu verbessern.

Wir sprachen mit Monika Kaus, der 1. Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über ihre Arbeit, über Demenz und darüber, welche Möglichkeiten der Prävention es gibt.

Welche Aufgaben und Ziele hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz?

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Wir unterstützen und beraten Menschen mit Demenz und ihre Familien. Außerdem informieren wir die Öffentlichkeit über die Erkrankung und vertreten die Interessen der Betroffenen gegenüber der Politik. Wir setzen uns ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege zu Hause oder im Heim sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist der Bundesverband von 134 regionalen Alzheimer-Gesellschaften, also Vereinen, die meist von pflegenden Angehörigen zur Selbsthilfe gegründet wurden.

Damit Menschen mit Demenz ein gutes Leben inmitten unserer Gesellschaft führen können, benötigen Sie Verständnis, Unterstützung und die Hilfe ihrer Mitmenschen. Da die Erkrankung oftmals noch ein Tabuthema ist, ist es besonders wichtig, realistische Bilder von Demenz zu vermitteln und vor allem Begegnungen mit Betroffenen zu ermöglichen. Deshalb haben wir die Initiative „Demenz Partner“ ins Leben gerufen: Unter dem Dach der Initiative gibt es bundesweit 90-minütige, kostenlose Kurse, die Wissen über Demenz und über den Umgang mit Erkrankten vermitteln. Weitere Informationen zu der Initiative gibt es unter www.demenz-partner.de

Es gibt keine sichere Methode, Demenz zu verhindern. Vieles deutet darauf hin, dass ein gesundes, erfülltes Leben in gewissem Maße vor Demenz schützt.

Was macht eine gute Prävention aus?

Es gibt keine sichere Methode, Demenz zu verhindern. Vieles deutet darauf hin, dass ein gesundes, erfülltes Leben in gewissem Maße vor Demenz schützt. Dazu gehören gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, geistige Anregung und soziale Teilhabe. Dies ist aber zurzeit noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Deshalb sollte man auch skeptisch sein, wenn Bücher und Ratgeber versprechen, dass man zum Beispiel durch eine bestimmte Ernährungsweise Alzheimer verhindern könne. So einfach ist es leider nicht.

Neben Alzheimer sind aber Durchblutungsstörungen im Gehirn eine häufige Ursache für Demenz. Da diese meist mit Bluthochdruck zusammenhängen, ist es wichtig, auf die Herzgesundheit zu achten. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen können also das Demenz-Risiko senken.

Welche Angebote bieten Sie älteren Menschen?

Wir geben Broschüren, Infoblätter, Empfehlungen und diverse andere Informations-materialien zum Thema Demenz heraus, die man bei uns bestellen kann. In unseren Veröffentlichungen bündeln wir das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis.

Sechsmal im Jahr erscheint ein „Newsletter“ und viermal im Jahr die Mitgliederzeitschrift „Alzheimer Info“.

Auf unserer Webseite www.deutsche-alzheimer.de gibt es ebenfalls viele Informationen. Sechsmal im Jahr erscheint ein „Newsletter“ und viermal im Jahr die Mitgliederzeitschrift „Alzheimer Info“. Newsletter und Zeitschrift enthalten aktuelle Beiträge aus den Bereichen Versorgung, psychosoziale Betreuung, Recht, Medizin und Forschung ebenso wie über die Arbeit der regionalen Gesellschaften und des Bundesverbandes. Unsere Mitgliedsgesellschaften bieten regional Beratung und Unterstützung in Form von Erfahrungsaustausch, Selbsthilfegruppen, Aktivitäten und konkreten Hilfen an.

„Ich bin erkrankt und weiß nicht weiter. An wen kann ich mich wenden?“

Unser Alzheimer-Telefon 030 – 259 37 95 14 bietet unabhängige Beratung bei allen Fragen zum Thema Demenz. Selbstverständlich sind wir auch per Email erreichbar: info@deutsche-alzheimer.de.

Menschen mit Demenz und Angehörige können sich aber auch an ihre örtliche Alzheimer-Gesellschaften oder Selbsthilfegruppen wenden. Dort erhalten sie ebenfalls Informationen und Unterstützung. Welche Alzheimer Gesellschaft die richtige vor Ort ist können Sie unter dem Link (nach Postleitzahlen geordnet) erfahren:

https://www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/alzheimer-gesellschaften-und-anlaufstellen.html

Wie ist Ihre Prognose für die Zukunft?

Als der unabhängige Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung merken wir, dass sich in den letzten Jahren bereits Vieles zum Positiven verändert hat. Mit dem Bündnis „Allianz für Menschen mit Demenz“, ein Netzwerkzusammenschluss von diversen Kooperationspartnern und der Bundesministerien für Gesundheit und für Familie, Soziales, Frauen und Jugend dessen Ko-Vorsitz die Deutsche Alzheimer Gesellschaft innehat, konnten Handlungsfelder benannt und konkrete Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Unser Ziel ist es, dass diese Allianz (befristet bis zum Herbst 2018) in einer Nationalen Demenzstrategie fortgesetzt wird. Internationale Vorbilder hierzu gibt es bereits.

 

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Kontakt
Alzheimer-Telefon 030 – 259 37 95 14
info@deutsche-alzheimer.de
www.deutsche-alzheimer.de