Neuromodulation – Den Schmerz endlich stoppen

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Wer mit ständigen Schmerzen kämpft, hat häufig schon unzählige Behandlungsmöglichkeiten ausprobiert. Ist dem Leiden nicht beizukommen, bieten sogenannte „Schmerzschrittmacher“ eine innovative und erfolgversprechende Alternative. Prof. Dr. Andreas M. Stark, Leiter der Neurochirurgie an der imland Klinik, erklärt, wie die neue Methode funktioniert und für wen sie geeignet ist.

Zwischen acht und 16 Millionen Menschen in Deutschland leiden laut einer Schätzung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. an chronischen Schmerzen. Weltweit stellen Rücken- und Rücken-Beinschmerzen die am häufigsten gestellte Diagnose dar. Stetig nimmt daher die Nachfrage nach effizienten Behandlungsmöglichkeiten zu. „Betroffene haben häufig bereits Operationen und medikamentöse Behandlungen hinter sich“, berichtet Professor Stark. „Bei manchen bleibt dennoch ein hartnäckiger Nervenschmerz zurück, der nur sehr schwer behandelbar ist. Das schränkt die Lebensqualität stark ein.“ Sowohl periphere Nerven, als auch das Rückenmark oder das Gehirn können von Schädigungen betroffen sein.

Schmerzleitung zum Gehirn unterbrechen

Eine innovative Behandlungsmöglichkeit auf dem neuesten medizinischen Stand der Technik bietet die Neuromodulation mit „Schmerzschrittmachern“. Besonders für Betroffene, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht anschlug, stellt sie eine erfolgversprechende Alternative dar. Bei der Neuromodulation kommen elektrische Impulse zum Einsatz. „Diese können Schmerzbahnen hemmen oder schmerzhemmende Bahnen verstärken“, berichtet der Experte. „Die Methode wird vor allem bei chronischen Schmerzen eingesetzt. Sie bietet eine gute Alternative zur medikamentösen oder operativ-destruierenden Behandlung und kann dem Patienten helfen, verlorene Lebensqualität zurückzugewinnen.“

Betroffene können in verschiedenen Situationen von der Therapie profitieren. „Die Indikationen sind vielfältig und betreffen beispielsweise schmerzhafte Zustände nach Operationen, Rückenschmerzen, Durchblutungsstörungen der Beine, neuropathischen Schmerzsyndrome und Kopfschmerzsyndrome“, zählt Dr. Stark exemplarisch auf. Die Behandlung erfolgt immer auf dieselbe Art und Weise: Bei der Neuromodulation wird ein Impulsgeber mit Elektroden an die jeweilige nervale Struktur angebracht. Dort gibt er elektrische Impulse an den Nerven ab. „Der Effekt ist eine Unterbrechung der Schmerzleitung zum Gehirn“, erklärt der Neurochirurg. „In vielen Fällen entsteht ein angenehmes Kribbeln – mit modernen Technologien im Hochfrequenzbereich lässt sich aber auch das ausblenden.“

Nerven werden nicht beschädigt

Die Implantation einer solchen Stimulationssonde kann oft in lokaler Betäubung minimal-invasisv durchgeführt werden. Dabei wird eine Sonde in die Nähe des Rückenmarks dorthin platziert, wo der Schmerz seinen Ausgangspunkt hat. Die Elektroden, die den Strom aussenden, befinden sich am Ende der Sonde. Liegt sie richtig, reduzieren die Impulse den Schmerz. An die Implantation schließt sich eine Test- und Probephase über zwei Wochen an, in welcher der Patient die Wirkung ausführlich prüfen kann. Anschließend implantiert der behandelnde Chirurg, ebenfalls oft in lokaler Betäubung, den bisher von außen gesteuerten Stimulator unter die Haut. „Geräte zur Neuromodulation lassen sich ebenso einfach einsetzen wie auch bei Bedarf wieder herausnehmen, da die nervalen Strukturen nicht geschädigt werden“, betont Dr. Stark. „Die Erfolgsquote liegt bei circa 70–80 Prozent.“

Bundesweit stellen etwa 50 meist größere Kliniken die Behandlung zur Verfügung. Die imland Neurochirurgie bietet den Schwerpunkt Neuromodulation an ihrem Standort in Eckernförde an. Termine für die ambulante Beratung können im Sekretariat (Tel. 04331-200-4501) vereinbart werden.

Ihre Fachabteilung vor Ort:

Prof. Dr. Andreas M. Stark

imland Klinik Rendsburg
Neurochirurgie
Prof. Dr. Andreas M. Stark
Lilienstraße 20-28
24768 Rendsburg
Tel. 04331 200-4501
E-Mail: neurochirurgie@imland.de